| Förderperiode 2005–2006 |
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Lokaler Aktionsplan 2005–2006
Bisherige Problemlagen: Ein vergleichsweise hoher Anteil an Sozialhilfeempfängern, Arbeitslosen, Asylbewerbern und Spätaussiedlern, bedingt durch vergleichsweise preiswerten Wohnraum, mangelhafte Deutschkenntnisse und soziale Integration, schlechte berufliche Perspektiven, einhergehend mit einem erheblichen kriminellen Potential, insbesondere bei den männlichen Zielgruppen (Vandalismus). Problemlagen hinsichtlich „Gender“: Häusliche Orientierung der Frauen, wenig Kontakt „nach außen“, erschwerte soziale Integration. Sprach- u. Integrationsprobleme bei männlichen Heranwachsenden (Kontakt nur mit Landsleuten), dadurch erhebliche Probleme beim Eintritt in den Arbeitsmarkt. Bedarfe: Integration der Immigrantinnen/Ausländerinnen sowie berufliche Qualifizierung und Beschäftigung. Zur Verbesserung der Chancengleichheit wurden für beide Geschlechter geschlechtsspezifische Zugänge (im Sinne des Gender Mainstreaming) geschaffen. Die im bisherigen Lokalen Aktionsplan primären Zielgruppen können mit den derzeitigen Projekten gut erreicht werden. Schwerpunkte für die Fortschreibung des LOK: Es wurde festgestellt, dass in einem zweiten Förderzeitraum die Altersbereiche auf die Erwachsenen generell, und hier verstärkt auf die älteren Arbeitslosen über 55 Jahren erweitert werden müssen. Auch die Erwachsenen und die über 55-jährigen Langzeitarbeitslosen haben häufig wenig oder keinen Kontakt mit ihrem weiteren sozialen Umfeld. Sofern sie Familien haben, häufigen sich Spannungen in der Familie, die sich daraus ableiten, dass ein frustriertes Gefühl des "Nicht-Mehr-Gebraucht-Werdens" besteht. Labile ältere Langzeitarbeitslose neigen dazu, verstärkt Alkohol zu konsumieren und sich abzuschotten. Ein Projekt, was speziell diese Problemlagen aufgreift und eventuell sogar die Aussicht auf eine Wiedereingliederung in die Arbeitswelt schafft, kann die Problemlagen dieses Personenkreises deutlich verringern. Außerdem besteht die Notwendigkeit eines erhöhten Unterstützungsbedarfs für die Schulabgängerinnen. Entsprechende Projekte aus der laufenden Förderperiode führten zu einer sehr hohen Nachfrage, aus der sich lange Wartelisten ergeben haben. Die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei den o.g. erweiterten Zielgruppen sind weitgehend identisch mit denen im lokalen Aktionsplan beschriebenen. Die dargestellten Entwicklungsziele:
• Verbesserung der Möglichkeiten der beruflichen Integration,
sollen im Wesentlichen weiter verfolgt werden. Allerdings ist eine Ausweitung der Zielgruppen um Erwachsene generell und hier im Besonderen auf die älteren Arbeitslosen über 55 Jahren notwendig. Hier wird ebenfalls - wie schon in der ersten Förderperiode - auf die geschlechtsspezifischen Belange bei der Projektauswahl (aktivierender Zugang für Teilnehmerinnen) durch den Begleitausschuss verstärkt geachtet. Insbesondere auch bei den Projekten, deren Zielgruppe vorwiegend Schüler, Schulabgänger und junge Erwachsene sind, (Lernwerkstatt - 1612; Holzwurm - 1619) wurde ein sehr hoher Bedarf an weiteren vergleichbaren Projekten festgestellt. Die derzeit laufenden Projekte werden auf einem sehr hohen Qualitätsniveau durch die Projektleitungen und mit einer sehr positiven Resonanz aus dem Teilnehmerkreis durchgeführt und sollten in dieser Form und Qualität auch in der nächsten Förderperiode (mit anderen Teilnehmern) gefördert werden. Die nächsten Schritte: Die nächsten Schritte bestehen in der Intensivierung der bereits angelaufenen Maßnahmen. In einigen Fällen besteht der dringende Bedarf, einige Projekte mit anderen Teilnehmerinnen erneut durchzuführen. Andere Projekte sollen auf die erweiterte Zielgruppe ausgeweitet werden. In einigen Projekten (Fahrradwerkstatt, Kleiderladen, Minijobbörse) sollen in der 2. Förderperiode für die Teilnehmerinnen die Phase der Existenzgründung anlaufen. Die freien Träger wurden bereits aufgefordert, neue Projektideen - unter Berücksichtigung der Prämisse des Gender Mainstreaming - für die erweiterten Zielgruppen - und hier insbesondere für die über 55 jährigen Arbeitslosen bis Ende Mai zu entwickeln. Die Auswahl der Projekte soll dann in bewährter Form durch den Beirat kurzfristig nach der Förderzusage erfolgen. Die lokalen Strukturen waren bereits durch das (ehemalige) Landesprogramm "Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf" und die beiden - durch die Stadt Siegen finanzierten Stadtteilbüros - gut entwickelt. Weil in den letzen Jahren der Fokus bei der Entwicklung der Hilfen zur Erziehung auf dieser Region lag (Flexibilisierung der Hilfen), waren schon gute Anknüpfungspunkte zum Allgemeinen sozialen Dienst und zu präventiven Maßnahmeträgern vorhanden. Ausgehend von dieser bereits guten Basis wurden die lokalen Strukturen durch die Förderungen weiter intensiviert. Der Blickwinkel aller beteiligten Akteure vor Ort konnte erweitert werden. Durch Beteiligung von Zielgruppenvertreterlinnen in dem Beirat konnten die Ziele und Umsetzungsstrategien den Anwohnerinnen und Anwohnern besser nahe gebracht werden. Dadurch wurde die Akzeptanz des lokalen Aktionsplans wesentlich verbessert, und das "Wir-Gefühl" der Anwohnerinnen wurde so intensiviert. Die Zusammenarbeit der sozialen lokalen Akteure (freie Träger, kommunale Einrichtungen wie ASD und Stadtteilbüros) und der freien Wirtschaft konnten stark verbessert werden. Im Ergebnis konnten so Arbeits- und Ausbildungsplätze für Los-Teilnehmerinnen gewonnen werden. Durch die Einbindung der Zielgruppenvertreterinnen in den Beirat und durch das breite Engagement der Stadtteilbüros sind die Projekte und deren Zielsetzungen auf ein großes positives Echo gestoßen. Die Mehrzahl der Projekte (Sprachförderung, Projekte im Bereich Übergang Schule-Beruf) weist mittlerweile Wartelisten auf. Nicht nur der Begeleitausschuss, sondern auch die betreffenden EinwohnerInnen in der Region sehen die unbedingte Notwendigkeit eines zweiten Förderzeitraums. Darüber hinaus sind die Koordinierungsstelle und weitere Beiratsmitglieder in ständigem persönlichen Kontakt mit den Mikroprojekten, insbesondere den Zielgruppen. Dabei ist ein sehr hohes Interesse und ein sehr großes Engagement bei den TeilnehmerInnen festzustellen. Einige TeilnehmerInnen konnten bereits erste Erfolge in ihrem weiteren beruflichen Werdegang (Praktikums-, Ausbildungs- oder Arbeitsstelle vermelden.
Fazit
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Projekte der Förderperiode 2005/2006:
Bilder 1+2: Zur Auftaktveranstaltung trafen sich die lokalen Akteure im Stadtteilcafe Fischbacherberg.
Bild: Die Lokale Koordinierungsstelle der Stadt Siegen, Herr Axel Roth erläutert den Lokalen Aktionsplan und leitet die Veranstaltung.
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