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Lokaler Aktionsplan 2007–2008
Bisherige Effekte der
Ämterkooperation:
Durch die Ämterkooperation im
Zusammenhang mit der Umsetzung des Programms wurden bisher folgende
positiven Effekte erzielt:
• Es gibt mittlerweile ein
funktionierendes Netzwerk, welches mit jeder neuen Förderperiode eine höhere
Qualität bekommt.
• Die traditionelle Zusammenarbeit
der Bereiche Soziales, Jugend und Wohnen, im einem städtischen Fachbereich
organisiert, hat nach wie vor große Vorteile bei der Gestaltung und
Durchführung des Lokalen Aktionsplans und der einzelnen Mikroprojekte.
• "Lokales Kapitel für
soziale Zwecke" ist mittlerweile bei allen
beteiligten Ämtern ein vertrauter Begriff.
• Mittlerweile sind auch das
Stadtplanungs- und Wirtschaftsförderungsamt aufgrund seiner spezifischen
Übersicht bei der Auswahl der Projekte hinsichtlich Reintegration von
Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt und das Grünflächenamt bei der Umsetzung
von Projekten im Bereich Garten- und Landschaftsbau- Projekten verlässliche
Partner.
Durch die Neustrukturierung der Behörden (Sozialamt, Arbeitsamt) im Rahmen
von "Hartz IV" ist eine Zweigstelle der ARGE seit gut 2 Jahren auch im
gleichen Gebäude untergebracht wie der o.g. Fachbereich, was mittlerweile
auch die kollegialen Strukturen und somit die "kleinen Dienstwege" innerhalb
der Ämter deutlich begünstigt hat. Gleichzeitig bestehen die alten
kollegialen Strukturen zu Mitarbeitern, die örtlich in andere Gebäude
ausgelagert sind, weiter. Daraus hat sich mittlerweile ein breites Netzwerk
innerhalb der ARGE und der angeschlossenen städtischen Ämter gebildet.
Die Gleichstellungsstelle ist von der Entwicklung des Lokalen Aktionsplans
hin bis zur Umsetzung, Begleitung und Reflexion der einzelnen Mikroprojekte
ein unverzichtbarer Partner.
Problemlagen:
Die bisherigen Problemlagen haben sich nicht wesentlich
verändert. Nach wie vor ist der Sozialraum geprägt von unversorgten
Schulabgängern, Langzeit- Arbeitslosen und Alg-II-Empfängern.
Ein weiteres Problem ist der vergleichsweise hohe Anteil an Menschen mit
Zuwanderungshintergrund. Dieser Personenkreis ist bei der Suche nach einer
beruflichen Perspektive nach dem Schulabgang besonders benachteiligt.
Die Jugendarbeitslosigkeit ist sehr hoch. Es hat sich gezeigt, dass
insbesondere bei Jugendlichen Schulabgängern und Arbeitslosen ein großer
Handlungsbedarf besteht. Es ist außerordentlich schwierig für Schulabgänger
der Hauptschule im Zielgebiet, eine Ausbildungsstelle zu bekommen. Oftmals
fehlen den Schulabgängern berufliche Perspektiven oder auch Vorstellungen
über einzelne Berufsmöglichkeiten. Hier könnte das Programm noch stärker ansetzen.
Entwicklungsziele:
1. Verbesserung sprachlicher, sozialer und
beruflicher Integration, Chancengleichheit
Durch spezifizierte Sprach- und Integrationsschulungen,
insbesondere hinsichtlich der Integration in den Arbeitsmarkt konnte die
sprachliche und soziale Integration der überwiegend weiblichen Migranten
verbessert werden, was gleichzeitig auch die Chancengleichheit der
Geschlechter verbessert hat. In den Projekten Möbel- und Kleiderladen konnte
darüber hinaus (LZ-)Arbeitslosen eine Perspektive zur beruflichen
Integration geschaffen werden.
2. Unterstützung von Schulabgängern bei der Suche nach einem
Ausbildungsplatz
Insbesondere in den MP zum Umbau der Räume des späteren
Sozialkaufhauses (Do-it-yourselfpass, Fit in Holz) konnten im handwerklichen
Bereich Schulabgänger der Hauptschule im Zielgebiet qualifiziert werden.
Einige TN konnten bereits in eine Ausbildungsstelle vermittelt werden. In
der nächsten Periode sollen durch mehr Werbung in der HS noch mehr
Schulabgänger für vergleichbare MP gewonnen werden.
3. Weiterentwicklung der sozialen Netzwerke, Verbesserung der
Nachhaltigkeit
Mit dem durch verschiedene MP gemeinsam errichteten Sozialkaufhaus
net(t)werk" wurde erreicht, dass verschiedene, ansonsten zum Teil
konkurrierende Träger, erfolgreich zusammenarbeiten. Dadurch hat sich mit
verschiedene freien Trägern und verschiedenen Angeboten für sozial
Benachteiligte in einem sozial benachteiligter Stadtteil ein sehr
erfolgreiches Netzwerk weiterentwickelt. Aufgrund der Umsetzung mit "großen"
Trägern ist auch die Nachhaltigkeit gewährleistet.
Bei den bisher formulierten und langfristig angelegten Entwicklungszielen
wurden die speziellen Problemlagen im Zielgebiet richtig erkannt und
weiterentwickelt. Daher sind keine erheblich abweichenden Zielsetzungen
erforderlich bzw. sinnvoll. Vielmehr soll grundsätzlich an den bisherigen
Zielsetzungen angeknüpft werden.
Wesentliche Zielgruppen sind nach wie vor Menschen mit
Zuwanderungshintergrund, (Langzeit-)Arbeitslose, unversorgte
Hauptschulabgänger und ältere Arbeitslose. Allerdings ist es diesmal ein
besonderes Ziel, verstärkt Jugendliche, unversorgte Schulabgänger und
Jugendarbeitslose bei ihrer Integration in den Arbeitsmarkt zu unterstützen.
Das sehr erfolgreiche Kooperationsmodell "Sozialkaufhaus" war auch
hinsichtlich Nachhaltigkeit ein Meilenstein der Weiterentwicklung sozialer
Netzwerke und wird weiter im Fokus des Lokalen Aktionsplans stehen. Es hat
sich herauskristallisiert, dass die Bündelung einer Angebots- und
Trägervielfalt in kooperativer Zusammenarbeit sehr dazu geeignet ist, einen
benachteiligten Stadtteil positiv zu verändern und einen benachteiligten
Personenkreis besonders zu unterstützen. Daher soll durch vertiefende und
ergänzende Projekte das "net(t)werk" weiterhin im Blick sein und die MP
sollen wieder eine ähnliche Vernetzung in Trägerkooperation haben.
Durch verschiedene geschlechtsspezifische Angebote, insbesondere für
weibliche Zuwanderer konnte eine Verbesserung der sozialen und
gesellschaftlichen Integration erreicht werden. Hier besteht aber noch
weiterer Bedarf, welcher durch hohe Nachfrage für entsprechende Projekte
belegt ist.
Es ergeben sich also folgende konkrete Ziele:
1. Verbesserung der Chancen für
Schulabgänger und Jugendarbeitslose auf einen Ausbildungs-/Arbeitsplatz
2. Weiterentwicklung der
sozialen Netzwerke, Förderung der Angebots- und Trägervielfalt
3. Verbesserung der sozialen
Integration und Chancengleichheit für Menschen mit Zuwanderungshintergrund
Weitere
Umsetzungsschritte:
1. Verbesserung der Chancen besonders für
Schulabgänger und Jugendarbeitslose auf einen Ausbildungs-/Arbeitsplatz.
Einzelne Mikroprojekte sollen verschiedene Berufsfelder erlebbar
machen, damit die TN/n Interesse bekommen und persönliche Berufsperspektiven
entwickeln können. Es werden daher besonders MP gefördert, die in geeigneten
Berufsfeldern qualifizieren, z.B. Holz, Metall, Gastronomie, GaLaBau,
Lebensmittelbereich, Büro, Kommunikation, etc. Der Fokus auf junge Menschen
schließt aber auch andere Zielgruppen (ältere und Langzeitarbeitslose) nicht
aus.
2. Weiterentwicklung der sozialen Netzwerke, Förderung der Angebots-
und Trägervielfalt.
Auch in diesem Jahr ist besonders die nachhaltige Wirkung im Fokus.
Ziel ist es, bestehende Netzwerke auszubauen und zu festigen bei einer
gleichzeitigen Förderung der Träger- und Angebotsvielfalt. Einige MP sollen
an das bestehende "net(t)werk" angedockt werden (z.B. Gastronomie,
Lebensmittelbereich). Die entsprechenden MP haben in einem übergeordneten MP
(Akquise, Theoretischer Unterricht, Beurteilung, Zeugnisse etc.) eine
gemeinsame Schnittstelle.
3. Verbesserung der sozialen Integration und Chancengleichheit für
Menschen mit Zuwanderungshintergrund.
Bei der Teilnehmerakquise soll auch der Personenkreis der Menschen
mit Zuwanderungshintergrund im Blickfeld sein.
Der Begleitausschuss:
Der Begleitausschuss hat die Förderperiode von Beginn an begleitet bzw.
durch die Lokale Koordinierungsstelle begleiten lassen. Wesentliche Aufgabe
war die Auswahl der Projektanträge.
Bei besonderen Anlässen (z.B. Eröffnungsveranstaltung des Sozialkaufhauses)
hat der Begleitausschuss die einzelnen Projekte besucht und sich von den
Projektleitern und den Teilnehmer/innen intensiv informieren lassen. Etwaige
Projektpatenschaften durch Begleitausschussmitglieder bestehen nicht.
Der Begleitausschuss ist ein sehr harmonisches und objektives Gremium bei
der Bewertung und Begleitung der Mikroprojekte. Er hat sich mittlerweile zu
einem stabilen Gremium mit einer hohen Sachkompetenz entwickelt.
Eine Änderung in der Grundstruktur ist aufgrund der guten Zusammenarbeit
nicht vor-gesehen. Etwaige Erweiterungen aufgrund gesellschaftlich oder
politisch veränderter Gewichtungen (z.B. Einbeziehung der ARGE seit 2006
oder der Zielgruppenvertreter aufgrund von Auflagen der Regiestelle) sind
jederzeit problemlos möglich.
Fazit:
In dieser vorerst letzten Förderperiode wurde ein besonderer Fokus auf die
Schulabgänger der Hauptschule im Fördergebiet gerichtet, denn in der
heutigen Gesellschaft sind die Hauptschüler/-innen bei dem Übergang von
Schule – Beruf besonders benachteiligt gegenüber Realschülern oder
Gymnasiasten. Hier soll und will das Programm ansetzen. So unterschiedlich
wie die einzelnen Schüler/-innen in ihrer Mitwirkungsbereitschaft, ihren
persönlichen Fähigkeiten und ihrem sozialen Umfeld sind, können auch die
messbaren Erfolge der durchgeführten Mikroprojekte sehr verschieden sein.
Als sehr förderlich für berufliche Orientierung von Teilnehmer/-innen war
die Organisation von Betriebsbesichtigungen durch die Anleiter zu werten, da
die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hier einerseits reale Betriebe und ihre
Arbeitsweise kennen lernen konnte und andererseits die Möglichkeit hatten,
sich direkt einen Praktikumsplatz oder sogar einen Ausbildungsplatz
anzubieten.
Neben der erfolgreichen Vermittlung von Teilnehmer/-innen in
Praktikumsstellen und natürlich in Ausbildungsstellen zählt zu den Erfolgen
des Förderprogramms vor allem die Entwicklung beruflicher Perspektiven der
Schülerinnen und Schüler, da sehr viele von ihnen zu Beginn der Projektzeit
keine Vorstellung von einem Berufswunsch hatten.
Nicht vergessen werden sollten aber die beruflichen Basisqualifikationen,
die die Teilnehmer/-innen im Rahmen der Übungsfirmen erwerben konnten. Diese
können den Teilnehmer/-innen bei jeder Ausbildung eine große Hilfe sein.
Dazu spielt es auch keine Rolle, ob sie direkt nach der 10. Klasse einen
Ausbildungsplatz bekommen oder Jahre später. Von diesen beruflichen
Basisqualifikationen und der entwickelten Perspektive können die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch in Zukunft profitieren.
Als Ergebnis betrachtet kann man feststellen, dass erst durch die gute
Ausnutzung persönlicher Begabungen, bestehender Netzwerke und der
Erweiterung dieser Netzwerke, zum Beispiel durch Betriebe, die in ihren
Räumen Besichtigungen und auch Praktikums- und Ausbildungsplätze anboten,
dieses ganze Programm so positiv verwirklicht werden konnte. Dies steht ganz
im Grundsatz des Programms „Lokales Kapital für soziale Zwecke“, da hier
erfolgreich lokales Humankapital eingesetzt wurde, um die gewünschten Ziele
zu erreichen.
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Projekte der Förderperiode 2007/2008:
•
Eventmanagement
•
Los geht's - Wir machen »Theater um Ausbildung«
•
Jobagentur
•
Übungsfirma: Grube Fortuna
•
Übungsfirma: Service – Aktiv
•
Übungsfirma: Schulhofgestaltung
•
Übungsfirma: Gestalten mit Holz
•
Übungsfirma: Gestalten mit Metall
•
Übungsfirma: Vom Lehm zum Brot
•
Schüler gestalten ihre Schule
•
Veranstaltungsgastronomie im Quartier
•
Qualifizierung im Bereich Garten- und Landschaftsbau im Quartier
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