Training Berufswahlorientierung – Traum und Wirklichkeit
Träger: Hauptschule Achenbach in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Siegen


Projektziel:

 Berufliche Förderung von jungen Frauen und Mädchen der Achenbacher Hauptschule zur Verbesserung der Integration in Ausbildung / Arbeitsmarkt.


Zielgruppe:

 Junge Frauen und Mädchen der 9./10. Klasse (1 Gruppe maximal 14 Plätze)

Organisatorischer Rahmen:

Geplantes Stundenvolumen 60 Unterrichtseinheiten (UE) / je 5 UE ca. 10 Wochen, davon 1 Wochenendseminar mit 10 UE, während der Schulwochen 2 x BWO-Training nachmittags ca. 13.30 - 15.30 Uhr; im Februar 2005 3 Wochen Betriebspraktikum.


Konzept:

Gezielt sollen mit diesem Training Mädchen und junge Frauen gefördert werden, da für sie nachweislich der Zugang zu Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ungleich schwieriger ist als für Jungen. Traditionelle Rollenvorstellungen zur Berufswahl, Perspektiven zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Aussichten zur Existenzsicherung wie auch interkulturelle Aspekte sind Bestandteil des Trainings zusätzlich zu den fachlich orientierten Inhalten wie fachlich und berufsfeldbezogene Sprachförderung, PC- und Bewerbungstraining.

Für das für 2/05 geplante 3-wöchige Betriebspraktikum sollen bei Bedarf gezielt Kontakte des Integrationsrates der Stadt Siegen zu nichtdeutschen Unternehmen genutzt und quasi als Patenschaften ausgebaut werden zur Unterstützung für den Übergang in Ausbildung/Beschäftigung.

Während eines Wochenendseminars steht der Aufbau eines Selbstkonzeptes im Mittelpunkt. Dies soll die Eigenständigkeit der Mädchen stärken und den Zugang zu anderen Lernformen eröffnen und ist ein weiterer Baustein nach Gender-Mainstreaming-Aspekten. Zur Erhöhung der Chancen für einen Ausbildungsplatz erhalten die Teilnehmerinnen eine Bescheinigung über die Teilnahme.

Nach Abschluss des Trainings und des betrieblichen Praktikums sollen die Mädchen durch eine Fachkraft aus dem bei der Gleichstellungsstelle der Stadt Siegen vom Land NRW geförderten Projekt Frau und Beruf weiter konkrete strukturell als auch individuelle Unterstützung erhalten, um ggf. auch im Rahmen der zum 1.1.2005 greifenden Instrumentarien nach SGB II für alle unter 25-Jährigen eine adäquate Ausbildung, Qualifizierung oder Beschäftigung zu bekommen.

Fazit

Das Projekt ist gescheitert. Von den ursprünglich 15 geplanten Teilnehmerinnen haben eine Verpflichtungserklärung zur regelmäßigen, freiwilligen Teilnahme 8 Teilnehmerinnen unterzeichnet. Während der erste Projektbaustein PC-Kurs noch gut besucht war, bleiben ab dem Thema "Bewerbungstraining" nach und nach die Teilnehmerinnen fern. Genannte Gründe: ..."kein Bedarf, haben wir ja bereits im normalen Schulunterricht...". Die Teilnehmerinnen war derart unzuverlässig und undiszipliniert, dass eine Fortsetzung des MP völlig aussichtslos erschien.

Probleme bei der Akquise und das anstehende schulische Berufspraktikum verzögerten den Start um 1 Monat. Die gezielte Begleitung des Praktikums durch die Gleichstellungsstelle (GS) konnte aus organisatorischen Gründen nicht realisiert werden (spontan angesetzte Besuche, daher Abstimmung mit der Gleichstellungsstelle schwierig). Gesonderte Besuche durch die Gleichstellungsstelle waren von den Lehrern unerwünscht. Eine Aufarbeitung der Praktika in einem Wochenendseminar war infolge des vorzeitigen Abbruchs des Projektes nicht mehr möglich.

Wegen vorzeitigem Abbruch des Projektes konnte das Ziel, dass 10 Teilnehmerinnen mindestens 2 konkrete Bewerbungen abgegeben haben, nicht verwirklicht werden.

Die Motivation der Teilnehmerinnen ist nicht gelungen. Die Unterbrechung durch die Osterferien kurz nach Projektstart wirkte sich ungünstig aus. Die Projektkonzeption (Anordnung der einzelnen "Bausteine") war ungünstig strukturiert. Es hätte z. B. das Event "Wochenendseminar" zur Gruppenfindung und Projektidentifikation an den Anfang gestellt werden sollen. Aufgrund einer positiven Erfahrung an einer anderen Schule wurde angenommen, die Inhalte seien 1:1 - ohne Einbeziehung der Interessen der Zielgruppe - übertragbar.

Die anfängliche Teilnehmerzahl von 15 reduzierte sich nach der Informationsveranstaltung (mangelndes Interesse, Konkurrenz weiterer schulischer Angebote - z. B. "Mal-AG", „Kochkurs“, etc.). Nach einer weiteren Infoveranstaltung konnten lediglich 7 Schülerinnen und eine Migrantin aus dem Stadtgebiet gewonnen werden.

Die Teilnehmerinnen waren stets sehr müde und unmotiviert (Wahrscheinlich Anstrengung am Morgen im Schulunterricht, daher wenig Aufnahmebereitschaft am Projektnachmittag vorhanden), Demotivation der Teilnehmerinnen durch Probleme bei der Raumvergabe (Ausweichen vom Internet gestützten PC-Raum in einen Ersatzraum), theoretische Anteile im Projektunterricht führten bei den Teilnehmerinnen zur Überforderung, der sie mit Resignation und unrealistischer Selbsteinschätzung begegneten. Fehlende Kontinuität in der Gruppenzusammensetzung verhinderte positive Gruppendynamik.