Holzwurm
Träger:
Heimatverein Achenbach e. V.

Unterstützung einzelner Aktionen zur Förderung der beruflichen Eingliederung.

Berufliche Qualifizierung durch Projekte

  zur lokalen Wohnumfeldverbesserung    für gemeindenahe Dienstleistung    zur Sanierung und/oder Pflege der lokalen Umwelt

Zielgruppe:

Langzeitarbeitslose Frauen und Männer

 Viele Anwohner sind seit Jahren ohne ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis und somit dauerhaft von Sozialleistungen abhängig. Auf Grund ihrer unzureichenden Bildungsbiographie und ihrem teilweise niedrigen Qualifikationsniveau haben sie trotz persönlichem Engagement kaum Chancen auf Zugang zum Arbeitsmarkt. Infolge der langjährigen Beschäftigungslosigkeit haben sie oftmals resigniert und sich in ihrer Perspektivlosigkeit eingerichtet.

Die Erfahrungen mit der Aktivierung des bürgerschaftlichen Engagements am Fischbacherberg hat jedoch in den vergangenen Jahren gezeigt, dass die o.g. Personengruppe bei den entsprechenden Rahmenbedingungen und geeigneter Begleitung sehr wohl bereit ist, sich neu zu motivieren und ihre Arbeitsleistung einzubringen.

Trotz fehlender Berufsausbildung verfügen einige Anwohner zum Teil über ausgeprägte handwerkliche Fähigkeiten. Die Erfahrung, gebraucht zu werden und öffentliche Anerkennung für geleistete Arbeit zu bekommen, hat sich dabei durchweg positiv auf ihr Selbstwertgefühl und die Bereitschaft sich neuerlich beruflichen Anforderungen zu stellen ausgewirkt. An diesen Prozess soll das Mikroprojekt anknüpfen.

Die Projektteilnehmer werden von ehrenamtlichen fachkompetenten Personen des Heimatvereins Achenbach angeleitet, Gebrauchsgegenstände zur lokalen Wohnumfeldverbesserung insbesondere aus Holz herzustellen, wobei die Produkte letztlich "Abfallprodukte" darstellen, da es vordergründig um das Heranführen an praktische Arbeit mit kompetenter Anleitung geht. Geeignete Werkstätten stehen im Heimathaus und der Hauptschule Achenbach zur Verfügung.

Bei der Vermittlung von Grundkenntnissen im Umgang mit Maschinen werden die Teilnehmer/innen von dem Kooperationspartner "Zimmerei Müller" angeleitet. "Abfallprodukte" könnten z.B. sein: Ruhebänke für Spaziergänger, Hinweistafeln für örtliche Bekanntmachungen, Errichtung einer (kleinen) Schutzhütte etc.

Die Teilnehmer/innen werden über die lokalen Netzwerke, insbesondere die Stadtteilbüros akquiriert. Dabei werden die bereits einschlägig bekannten Personen (s.o.) bevorzugt, sofern sie der Zielgruppe entsprechen.

Fazit:

In einem sozial schwierigen Wohnungsumfeld ist es wichtig, Jugendliche an praktische Tätigkeiten heranzuführen. Besonders erfreulich waren die positiven Erfahrungen der TN mit dem Werkstoff Holz. Die Qualifizierung half den TN, in Praktikumsbetrieben selbstbewusster aufzutreten. Die Projektziele wurden nicht nur erreicht, sondern sogar durch die Vermittlung von 3 festen Ausbildungsplätzen noch deutlich übertroffen. Daher sind wir mit dem Verlauf des Projektes sehr zufrieden.

Im Rahmen der TN-Akquise wurde festgestellt, dass der Bedarf an dem MP weniger bei Langzeitarbeitslosen als vielmehr von unversorgten Lehrstellenbewerbern bestand. Die ursprünglich anvisierte Zielgruppe der Langzeitarbeitslosen konnte in einem anderen MP versorgt werden, sodass der Schwerpunkt auf unversorgte Lehrstellenbewerber gelegt werden konnte. Diese Schwerpunktverlagerung kann rückblickend betrachtet als richtig angesehen werden.

Die Teilnehmer haben sehr engagiert und zuverlässig mitgearbeitet. Es gab nur äußerst wenige Fehlzeiten. Sie waren alle mit großer Begeisterung bei der Sache und betrachten das vergangene Projekt als sehr hilfreich für ihre weitere berufliche Orientierung. Die TN haben im Rahmen des Projektes ihre Fähigkeiten und Schwächen erkannt und konnten so zielgerichtet in bestimmte Praktikumsverhältnisse vermittelt werden, was sogar 50% der TN zu einer Ausbildungsstelle verholfen hat.



Bild: Gruppenfoto der Teilnehmer