»Integrationslotse«, Gründung einer Frauen-Selbsthilfegruppe mit Multiplikatorenschulung
Träger: Renate Moritz

Gründen und Begleiten einer Frauengruppe (später evtl. Übergehen in eine Selbsthilfegruppe) als Hilfe zur Integration und Überwindung von Isolation. Die Teilnehmer/-innen sollen qualifiziert werden zur individuellen Planung der zukünftigen lebensweltlichen und beruflichen Orientierung.

Die Inhalte werden an die Bedürfnisse der Projektteilnehmer/-innen angepasst.

Angebote für die Gruppe:

Gruppenabend einmal wöchentlich über ca. drei Monate  •  Gegenseitiges Kennenlernen, Gruppenabende nach Bedarf themenorientiert  •  Feststellen des politischen Status, Unterstützung bei Behördenkontakten  •  Einzelberatungen zur Lebenssituation  •  Computer-Einführungskurs und Bewerbungstraining  •  Grammatikkurs bzw. spezielle Schulung zur Verbesserung der Deutschkenntnisse   Schulung bzgl. unseres Schulsystems zur Befähigung von Hausaufgabenunterstützung von Kindern und Enkeln  •  Stadtführung  Gemeinsame Aktivitäten zur Förderung von Integration  •  Unterstützung bei der Arbeitssuche  •  Vermittlung von Praktikumsplätzen oder niederschwelligen Arbeitsgelegenheiten  •  Berufsberatende Angebote durch externe Referenten, z.B. der Agentur für Arbeit

Das Team

Renate Moritz
Dipl.-Soz.-Päd.,
Klientenzentrierte Beraterin

Sandra Wiedemann 
Dipl.Soz.-Päd.

Hannes Wiedemann
Lehrer

Julia Varcenko
russisch sprechende Mitarbeiterin

 

Folgende Treffen fanden bislang statt:

2. Dezember 2005

Am 2. Dezember trafen sich 8 Frauen mit den vier im Projekt tätigen Begleitpersonen, Julia Varcenko (Dolmetscherin), Sandra Wiedemann, Hannes Wiedemann und Renate Moritz. Die Aussiedlerinnen kamen aufgrund der persönlichen Akquise von Julia und der im Stadtteilbüro ausgehängten Einladung (auch auf Russisch) zum Info-Abend. Zunächst wurde das Projekt zur Förderung und Integration von Aussiedler/-innen dargestellt. Es folgte eine Vorstellungsrunde, in der die Teilnehmer/-innen auch kurz auf ihre derzeitige berufliche Situation eingingen. Der zweite Teil des Abends war dem Projektverlauf und Inhalt gewidmet. Erwartungen und Wünsche der Teilnehmer/-innen an das Projekt wurden gesammelt und aufeinander abgestimmt.

9. Dezember 2005

Für diesen Abend war ein persönliches Kennenlernen geplant. Bei Plätzchen, Tee und vorbereiteten Spielen wollten wir das Projekt starten. Beim Betreten des Tagungsraumes fanden wir zu unserem Schrecken eine kleine Baustelle vor - es wurde gerade gestrichen. Wie Julia Varcenko meinte, sind russlanddeutsche Frauen spontan und herzlich, und so verlegten wir unseren Abend kurzerhand ins Wohnzimmer einer Teilnehmer/-innen. Nach einigen Spielen, welche die Kommunikation auf Deutsch, aber vor allem den Spaß förderten, konnten wir zu einer Volkstanzeinführung durch Julia übergehen. Die Planung sieht als Nächstes drei Treffen mit dem Inhalt "Computerlehrgang (Word, Exel)" vor, auf die sich die Teilnehmer/-innen bereits freuen. Wir treffen uns immer freitags von 17.00 – 20.00 Uhr im Dr.-Ernst-Schuppener-Haus am Heidenberg.
 


31. März 2006

Hilfe von der Arbeitssuche bis zum Schulsystem


Hintergrund:
Das "Babuschka-Projekt" wird gefördert im Rahmen des Förderprogramms.

Das vierköpfige Team, das der werdenden Gruppe Hilfestellung gibt, besteht aus den Sozialpädagoginnen Sandra Wiedemann und Renate Moritz, der Schülerin Julia Varcenko als Dolmetscherin und dem Lehrer Hannes Wiedemann.

Bislang gibt es nur eine Förderzusage bis zum Sommer. Da das Konzept aber so gut ankommt, laufen jetzt Bemühungen um eine Verlängerung um drei Monate.

Zum Angebot gehören nicht nur allgemeine Beratungen, sondern auch konkrete Unterstützungen bei der Arbeitssuche.

Ein Thema im Rahmen des "Babuschka-Projektes" betrifft das deutsche Schulsystem. Wenn die Beteiligten es besser verstehen lernen, setzt sich das - wie viele andere Themen auch - umgehend in die Familien und Verwandschaften fort.

Wenn die Betroffenen es wünschen, gibt es auch die Möglichkeit individueller Einzelberatungen durch Renate Moritz.

 

 

Pressestimmen:
Westfälische Rundschau vom 31.03.2006 (als PDF-Datei)
 

Hierzu benötigen Sie den Acrobat Reader der hier kostenlos heruntergeladen werden kann.

 

 


Fazit:

Das Projekt erstreckte sich über einen Zeitraum von mehr als einem halben Jahr. So konnte die Veränderung der Frauen gut beobachtet werden. Die meisten lebten anfangs zurückgezogen und isoliert. Sie sind jetzt aufgeschlossen und selbstbewusster und planen die Veränderung ihrer Situation.

Gemäß der Befragung war das Projekt sehr wichtig, in erster Linie zur Überwindung von Isolation und Sprachhemmung. Die Frauen konnten etwas „Eigenes“ entwickeln, das von den Ehemännern und den Familien voll akzeptiert wird und zu mehr Mut und Selbstvertrauen geführt hat.

 

 

 

 




Bild: Die Teilnehmer/innen sitzen in einem Kreis zusammen und lernen sich am Anfang des Projektes kennen.
Dabei werden auch die wesentlichen Projektinhalte besprochen.

Bild: Die regelmäßigen Gruppenabende fanden wechselseitig in den Privatwohnungen der Teilnehmerinnen statt.
 Im Bild sitzen fünf Teilnehmerinnen im gemütlichen Wohnzimmer und tauschen sich  über die kulturellen Unterschiede im Heimatland und in Deutschland aus.

Bild: Wesentliche Inhalte des Projektes waren auch das Erlernen und Verbessern der deutschen Sprache.
Im Bild erläutern Renate Moritz und Sandra Wiedemann (von links) an einer Tafel schwierige deutsche Wörter.

Bild: Im Projekt wurde spielerisch die Kommunikation auf Deutsch gefördert, wobei die Teilnehmer sehr viel Spaß hatten.
Eine Teilnehmerin hat auf der Stirn auf einem Zettel einen deutschen Begriff stehen, den sie selber nicht sehen kann. Durch Umschreibungen der anderen Teilnehmerinnen muss sie erraten, was auf diesem Zettel steht.